Martin Kühn besetzt Lehrstuhl für Windenergiesysteme

Zum 1. April wird Professor Dr. Martin Kühn die Stiftungsprofessur für Windenergiesysteme an der Universität Oldenburg übernehmen. Im Oktober folgt der modifizierte Studiengang Engineering Physics. Kühn gilt international als einer der renommiertesten Wissenschaftler auf dem Gebiet.
„Wir wollten jemanden mit einer ingenieurwissenschaftlichen Ausbildung. Kühn war unser Wunschkandidat und seine Berufung ist für die Universität ein Paukenschlag“, Professor Dr. Dr. Hans-Jürgen Appelrath sparte bei der Bekanntgabe nicht mit Vorschusslorbeeren. Kühn selbst ist Elektroingenieur, war an der Technischen Universität Delft und fünf Jahre als Projektleiter für Offshore beim Windkraftanlagenhersteller GE in Salzbergen tätig. Zuletzt hatte er den Stiftungslehrstuhl für Windenergie an der Universität Stuttgart bekleidet. „In Stuttgart war man eher Einzelkämpfer. In Niedersachsen bin ich in die Windenergie eingebunden“, freute sich der 46-Jährige auf seine neue Aufgabe. Über die Finanzierung machte die Universität keine konkreten Angaben. „Die Professur ist samt Mitarbeitern auf eine Zeitschiene von 20 Jahren angelegt“, machte Appelrath deutlich. Kühn soll auf ein Team von 20 Mitarbeitern zurückgreifen können, Drittmittel einw erben und neben der Forschung im Studiengang Engineering Physics zum nächsten Wintersemester lehren. Der überwiegend englischsprachige Studiengang vermittelt zunächst im Bachelor die klassische Physik und im Master ist eine Spezialisierung auf erneuerbare Energien möglich: „Zu einer soliden Ausbildung gehören zunächst die Grundlagen“, so Kühn. Vom Land Niedersachsen bekommt er für zwei Millionen Euro einen neuen Windkanal, in dem sich turbulente Windbedingungen erzeugen lassen, die mit der Praxis vergleichbar sind. Zudem ist mittelfristig auf dem Testfeld des Deutschen Windenergieinstitutes in Wilhelmshaven der Aufbau einer Forschungsturbine geplant. Auf der erweiterten Wunschliste stehen dreidimensionale Verfahren zur Windmesstechnik und Messungen direkt auf den Windkraftanlagen. Dass die internationale Konkurrenz dem Windprimus Deutschland dicht auf den Fersen ist, weiß auch Kühn. „Wir brauchen in der Windenergie Forschung und Innovationen, sonst ist der Zug irgendwann abgefahren“.



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