Altmeister schwört auf die Kraft der Sonne ein

In der Podiumsdiskussion waren sich alle einig, dass die Energieverbräuche runter müssen. Foto: Torsten Thomas
Mitte Januar wurde zum ersten Mal der Weser-Ems Energy-Award vergeben, an dessen Gelingen sich auch der Oldenburger Energiecluster als Sponsor beteiligt hatte. Zuvor hielt Gastredner Franz Alt eine flammende Rede für die Sonnenenergie und den Wechsel in das regenerative Zeitalter. In einer anschließenden Podiumsdiskussion waren sich alle einig, dass der Weg dahin nur gelingt, wenn schlicht weniger Energie verbraucht wird.
„Angesichts des Klimawandels müssen wir bis 2050 60 Prozent des heutigen Energieverbrauches einsparen und den Rest über erneuerbare Energien abdecken. Das kann zu 40 Prozent die Sonnenenergie leisten. Jedes Haus kann dabei ein Kraftwerk sein und mehr Energie produzieren als es braucht. Diesen Plus-Energie-Häusern gehört die Zukunft und die ökologische Energieproduktion wird unschlagbar günstig“, war sich Alt sicher. Er mahnte an, dass im Umstieg auf Regenerative eine große Chance liege, die Deutschland nicht verpassen dürfe. Er brachte Beispiele wie das 1-Liter-Auto, welches seit 2002 im Museum steht, den in Deutschland erfundenen und von Toyota gebauten Hybridantrieb oder die mittlerweile von China dominierte Produktion von Photovoltaikmodulen. Auf dem Podium diskutierten anschließend die Akteure über die aktuellen Energiepreise, die schwindende Akzeptanz für Erneuerbare durch die erhöhten EEG-Umlagen und die Frage, ob Energie günstiger wird. Festlegen mochte sich keiner. „Billiger Strom aus Atomkraftwerken wäre sicherlich ein Problem. Die Offshoreindustrie hat sich auf den politisch gewollten Ausbau eingestellt. Änderungen an dem Konzept wären für die Region sehr schädlich“, erläuterte Roland Hentschel, Vorsitzender des OLEC. Alwin Schlörmann von der EWE AG stellte fest, dass „wir deutlich weniger Energie verbrauchen und den Strommarkt insgesamt transparenter gestalten müssen“. Dietmar Schütz, Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energien, bemängelte, „dass der Kunde zwar mit einer Umlage am Ausbau der Erneuerbaren beteiligt wird, aber die vermiedenen Kosten etwa durch den Klimawandel nicht in die Rechnungen einfließen“ würden.
Zumindest beim reduzierten Energieverbrauch hatten die Preisträger des Abends die Nase vorn. In der Kategorie Neubau gewann die geonovo OHG, in der Kategorie Bestandsimmobilien die Vallo und Vogler GmbH.
