Schlechter als erwartet


In alten Windparks sehen die Branchenverbände noch viel Potenzial für die Branche. Foto: Torsten Thomas

Der Heimatmarkt der deutschen Windindustrie konnte 2010 die Erwartungen nicht erfüllen. Statt neuer Anlagen mit einer Leistung von 1.900 Megawatt (MW) waren es nach Berechnungen des Deutschen Windenergie-Instituts (DEWI) am Ende nur 1.551 MW. Dies gaben der Bundesverband Wind Energie (BWE) und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA Power Systems) bekannt. Im Vergleich zum Vorjahr (1.917 MW) bedeutet dies einen Rückgang von 19 Prozent. Insgesamt drehten sich Ende 2010 in Deutschland 21.607 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 27.214 MW. „Der deutsche Markt befindet sich damit wieder auf dem Niveau von 1999. Grund für den Einbruch sind Spätfolgen der Finanzkrise für Großprojekte und Unsicherheiten bei Netzanforderungen an Windenergieanlagen“, betonte VDMA- Geschäftsführer Thorsten Herdan. „Hinzu kommt, dass trotz neuer Flächenausweisungen in einigen Bundesländern die Räume für Neuanlagen weiter beschnitten werden. Abstandsregelungen und Höhenbegrenzungen verhindern einen effizienten Ausbau der Windenergie an Land“, monierte Hermann Albers, Präsident des BWE. Mager blieb auch der Austausch alter gegen neuer Anlagen (Repowering). 2010 wurden nur 116 Altanlagen durch 80 moderne Maschinen ersetzt. Vor allem hier sahen Albers und Herdan noch großes Potenzial für die Windbranche schlummern.

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