Zubau an Photovoltaik-Anlagen ruft Kritiker auf den Plan
Anfang Januar meldete die zuständige Bundesnetzagentur neue Höchststände beim Zubau von Photovoltaikanlagen. Alleine im Dezember 2011 wurden nach vorläufigen Berechnungen 3.000 Megawatt neu installiert. Das entspricht umgerechnet etwa 40 Prozent der gesamten Neuinstallation des Vorjahres. Bei den Werten handelt es sich noch um vorläufige Angaben. Insbesondere wegen der Flut an Meldungen im Dezember wird es laut Bundesnetzagentur noch einige Zeit dauern, bis die Monate Oktober bis Dezember 2011 detailliert ausgewertet sind. Auf der Basis der Meldungen ermittelt die Behörde nach den Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) regelmäßig die Degressions- und Vergütungssätze für neu in Betrieb gehende PV Anlagen. Dennoch zeichnet sich ein Rekord ab: „Allein im Dezember wurden uns neue PV Anlagen mit einer Leistung von insgesamt rund 3.000 MW gemeldet – ein neuer Höchstwert“, betonte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur. Insgesamt dürfte sich der Zubau bei einer Leistung von 7.500 Megawatt bewegen. Zum Jahreswechsel wurde die Förderung um 15 Prozent reduziert. Die nächste Kürzung steht zum 1. Juli diesen Jahres an. Die enormen Sprünge rufen zunehmend Kritiker auf den Plan. In Kreisen der schwarzgelben Regierungskoalition gibt es weiter Forderungen, den Ausbau auf 500 bis 1.000 Megawatt zu deckeln. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) kam zu dem Schluss, dass der aktuelle Zubau den Stromkunden 18 Milliarden Euro kosten würde. Bezogen auf den Zubau zwischen dem Jahr 2000 und 2011 und einer über 20 Jahre laufende Vergütung würden sich die eingegangenen Verpflichtungen auf eine Summe von 100 Milliarden Euro belaufen. Das meldete das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ und beruft sich auf das RWI.
