H2LINKREGIONS - Potenziale für mehr Wasserstoff in der Energiewende

Die Nord-Niederlande und der Nordwesten sind zwei dynamische Energieregionen und mit einem hohen Anteil an erneuerbaren Energiequellen hat die Region eine führende Position in der Energiewende. Wasserstoff als Energieträger spielt dabei eine besondere Rolle. Der Oldenburger Energiecluster (OLEC) und die niederländische New Energy Coalition (NEC) haben im Rahmen des internationalen Vernetzungsprojektes H2LinkRegions über ein Jahr lang verschiedenen Expert:innen aus dem Wasserstoffbereich zusammengebracht, um gemeinsam Lösungen zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu erarbeiten. H2LinkRegions, das im Rahmen des INTERREG-Programms Deutschland-Nederland mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert wird, zielt darauf ab, gemeinsame Entwicklungen sowie den Wissensaustausch innerhalb der nord-niederländischen Provinzen und dem Nordwesten Niedersachsens anzustoßen. Dabei stehen grenzüberschreitendem Kooperationspotenziale für Projekte der Wasserstoffwirtschaft im Mittelpunkt, unter anderem in den Bereichen Speicher und Mobilität sowie Häfen, Logistik und zur Nutzung von Überschussstrom aus regenerativen Energien.


Das Projekt fand Anfang Dezember seinen Abschluss auf einer grenzüberschreitenden virtuellen Konferenz. Hier wurden aus der Grenzregion zahlreiche Projekte unterschiedlicher Sektoren, die sich mit Wasserstoffanwendungen beschäftigen, vorgestellt. Eine Schlüsselposition nehmen aktuell Lösungen für den Mobilitäts- und Industriesektor ein. Aber auch im Bereich der Agrarwirtschaft wird über die Nutzung von Wasserstoff nachgedacht – so zum Beispiel in der Landmaschinentechnik. Vom kleinen Start-up, das Wasserstoffbusse entwickelt, über kommunale Strategien und Aktivitäten bis hin zu geförderten Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie-Projekten, sogenannten HyPerformer-Projekten, ist die Grenzregion mit zahlreichen Kompetenzträgern ausgestattet.

Dies zeigt auch eine Potenzialanalyse für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Themenkomplex Wasserstoff, die auf der Konferenz vorgestellt wurde. Die vom Ingenieurbüro PLANET, der ARSU GmbH und dem niederländischen Beratungsunternehmen Summit erstellte Studie beleuchtet die Kooperationspotenziale in verschiedenen Schwerpunktthemen, aber auch akute Hemmnisse. Sie kommt zu dem Schluss, dass insbesondere KMU noch Unterstützung benötigen, um in den dynamischen Markt einzusteigen. Klaus Stolzenburg von PLANET fasst zusammen: „Um die grenzüberschreitenden Potenziale besser zu erschließen, geben wir zum Abschluss der Studie einige Empfehlungen. Dabei gehört die Überwindung institutioneller und regulatorischer Hemmnisse sicher zu den dickeren Brettern, die zu bohren sind.“

OLEC und die New Energy Coalition wollen die Kräfte im Thema Wasserstoff auch zukünftig stärker bündeln und einen grenzüberschreitenden runden Tisch ins Leben rufen. „Wir haben den Grundstein für eine künftig ganz enge Verzahnung der bedeutenden Wasserstoffregionen Nordost-Niederlande und Nordwesten-Deutschland gelegt. Wenn wir diese Chance zur Kooperation nun zielgerichtet nutzen, wird dies ein neuer europäischer Kernraum für Innovation, Wertschöpfung und Beschäftigung in der Wasserstoffwirtschaft", betont Roland Hentschel, Vorstandsvorsitzender des OLEC e.V..

 Hier können Sie die Studien herunterladen. 

impressionen grenzüberschreitende Workshops 

grenzüberschreitende Kooperationen zur Förderung des Innovationstransfers

OLEC ist sowohl national als auch international gut vernetzt. Insbesondere mit den angrenzenden Niederlanden pflegt das Netzwerk seit vielen Jahren eine enge Kooperation und Zusammenarbeit. Dabei steht für OLEC der mittelbare Mehrwert der Aktivitäten für die Mitglieder des Netzwerks und die Region Nordwest immer im Fokus. Durch die Nähe zu den niederländischen PartnerInnen ergeben sich vielfältige Möglichkeiten zur Entwicklung eines Energiesystems nach europäischem Maßstab. Außerdem befördert der intensive Wissens- und Innovationstransfer zwischen deutschen und niederländischen PartnerInnen die gemeinsame Entwicklung wegweisender Lösungsansätze für die Zukunft.

Eine enge Kooperation besteht mit der New Energy Coalition, dem Zusammenschluss der Groninger Institutionen Energy Valley mit dem Forschungsinstitut Energy Academy Europe.

Im Januar 2017 fand die Konferenz "Energie ohne Grenzen" in Emmen (NL) statt, welche in Zusammenarbeit mit den niederländischen Provinzen Groningen, Drenthe, Overijssel und Fryslan durchgeführt wurde. Mit einem Memorandum of Understanding des Landes Niedersachsen und der Provinzen wurde eine Zusammenarbeit zur weiteren Entwicklung eines zukünftigen Energiesystems vereinbart. Für das Jahr 2020 wird eine Erneuerung diese Memorandums angestrebt, in der neben aktuellen Erfordernissen der Energiewirtschaft auch das Thema der grenzüberschreitenden Wasserstoffwirtschaft verstärkt adressiert werden soll.

Das INTERREG VA finanzierte Projekt Power to Flex, zielt darauf ab, Lösungen für das Energiesystem der Zukunft, welches von Sektorenkopplung geprägt sein wird, zu erarbeiten: Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Behörden aus dem Norden der Niederlande und Nordwestdeutschland entwickeln Versuchsanlagen für die Speicherung erneuerbarer Energien. Mit diesen innovativen Pilotprojekten will das Projekt Lösungen bieten um die volatile Erzeugung von Sonne und Wind mit der Nachfrage in Einklang zu bringen. Die Energiespeicherung erfolgt in Form von Wasserstoffgas, Wärme, Elektrizität und Biogas, sowohl in kleinem (Einzelhaushalte) als auch mittelgroßem Maßstab (Unternehmen, Wohnblocks und Mobilität).

Das Vernetzungsprojekt H2linkRegions hat zum Ziel, durch Wissensaustausch und gemeinsame Entwicklungen einen Mehrwert für die gesamte Nord-Niederländische/ Norddeutsche Region zu erreichen. Adressiert wird die Ermittlung von grenzüberschreitendem Kooperationspotenzialen für Projekte der Wasserstoffwirtschaft u.a. in den Bereichen Speicher, Mobilität, Häfen, Logistik, Nutzung von Überschussstrom aus regenerativen Energien. Im Projektzeitraum bis Sommer 2020 werden hierzu zwei Fachworkshops sowie eine Konferenz durchgeführt und eine begleitende Potenzialstudie angefertigt.

Ansprechpartnerin

Isabelle Ehrhardt
Clustermanagerin