Bereits zum siebten Mal begrüßte das OLEC Netzwerk mit rund 80 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Verwaltung und Politik im Rahmen des Neujahrs Networking am 24. Januar 2020 das neue Energiejahr. Die Veranstaltung im Fürstensaal der Klinkerburg ist für die Erneuerbaren Branche der Region zum festen Termin geworden. In 2020 stehen gleich zwei Jubiläen an, denn nicht nur das Erneuerbare-Energien-Gesetz besteht seit 20 Jahren, auch das OLEC Netzwerk wird in diesem Jahr 15 Jahre alt.

„OLEC hat die Region in den letzten 15 Jahren in einem Hohen Maße geprägt und mit seinen über 60 Mitgliedern und zahlreichen KooperationspartnerInnen die Grundlage für wegweisende Forschungsprojekte wie enera und ENaQ gelegt und die Stärkung der Energiewirtschaft im Nordwesten beeinflusst“, so OLEC Vorstandsvorsitzender Roland Hentschel. „Trotz der aktuell vor allem energiepolitisch schwierigen Gemengelage hat die Region nach wie vor das Know-how und die AkteurInnen, um das Energiesystem der Zukunft proaktiv zu gestalten, nicht zuletzt durch die Erprobung neuer Technologien und Systeme und die Entwicklung einer Wasserstoffwirtschaft im Nordwesten. Der OLEC-Vorstand erarbeitet aktuell eine Vision, wie die Region sich in den kommenden Jahren aufstellen muss, um Klimaschutzziele zu erreichen und die Herausforderungen eines zukünftigen Energiesystems mit regionalen Lösungen zu beantworten zu können“, blickte Hentschel in die Zukunft.

Festredner Dr. Gerd Rosenkranz (5. V.l.) und Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (4 v.r.) im Kreise des OLEC-Vorstands (v.l.): Monika Noormann (NettCon Energy), Dr. Till Luhmann (BTC), Roland Hentschel (Stadt Oldenburg), Ubbo de Witt (Projekt Firmengruppe), Thorsten Janßen (BfE), Burkhard Meiners (AgroEnergien), Prof. Ulrich Scheele (ARSU), Dr. Stephan Barth (Forwind), Thorsten Wieting (EWE NETZ) und Dr. Jürgen Meister (OFFIS). Nicht im Bild: Dr. Alexandra Pehlken (Steinbeis Transferzentrum), Frank Reiners (BDO) Bild: OLEC e.V./ Georg Blum
Festredner Dr. Gerd Rosenkranz (5. V.l.) und Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (4 v.r.) im Kreise des OLEC-Vorstands (v.l.): Monika Noormann (NettCon Energy), Dr. Till Luhmann (BTC), Roland Hentschel (Stadt Oldenburg), Ubbo de Witt (Projekt Firmengruppe), Thorsten Janßen (BfE), Burkhard Meiners (AgroEnergien), Prof. Ulrich Scheele (ARSU), Dr. Stephan Barth (Forwind), Thorsten Wieting (EWE NETZ) und Dr. Jürgen Meister (OFFIS). Nicht im Bild: Dr. Alexandra Pehlken (Steinbeis Transferzentrum), Frank Reiners (BDO) Bild: OLEC e.V./ Georg Blum

Das sich in Zukunft einiges ändern muss, darin waren sich alle einig. „Als ich im letzten Jahr hier stand, habe ich bereits einen Neustart der Energiewende gefordert. Nun ist mit der Fridays For Future Bewegung ein Player hinzugekommen, der laut und nachhaltig dafür sorgt, dass Themen wie Klimaschutz, Umweltschutz und Systemveränderungen – allen voran in der Energiewirtschat – ganz oben auf der Agenda stehen“, betonte Jürgen Krogmann, Oldenburgs Oberbürgermeister, der die Anwesenden begrüßte. Die notwendigen Veränderungen sind aber nicht allein mit Verhaltensänderungen eines jeden von uns zu erreichen: „Wir brauchen hierfür auch technologische Entwicklungen und den massiven Umbau des Energiesystems. Daher befürworte ich z.B. sehr die Aktivitäten zur Entwicklung einer Wasserstoffwirtschaft, was OLEC in der Vergangenheit stark vorangetrieben hat.“

Begrüßt wurden die TeilnehmerInnen des OLEC Neujahrs Networking in alter Tradition durch Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. Bild: OLEC e.V./ Georg Blum
Begrüßt wurden die TeilnehmerInnen des OLEC Neujahrs Networking in alter Tradition durch Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. Bild: OLEC e.V./ Georg Blum

Der diesjährige Festredner, Dr. Gerd Rosenkranz von der Agora Energiewende forderte ein „zweites Solarzeitalter“ und betonte besonders, dass die aktuell betriebene Politik der langen Bank, ja gar der Stillstandsverwaltung ein massives Hindernis darstellt. „Davos hat gezeigt, dass selbst die Wirtschaft mittlerweile sehr genau verstanden hat, dass sie in Zukunft deutlich schlechter Geld verdienen kann, wenn sie so weiter macht wie bisher.“ Er wünscht sich von den politisch Verantwortlichen mehr Einsehen: „Jahrelang aufs falsche Pferd gesetzt zu haben und dies einzugestehen ist schwer, aber für eine lebenswerte Zukunft zwingend erforderlich.“ Großes Potenzial sieht Rosenkranz im Green Deal der EU und einer steigenden CO2-Bepreisung. „Und Sie brauchen die Akzeptanz der Menschen, was am besten über Kommunikation gelingt. Hören Sie daher nicht auf, Grundsatzdebatten zu führen, Aufzuklären und die Bedeutung der Energiewende und des Klimaschutzes herauszustellen.“

Dr. Gerd Rosenkranz, Senior Advisor der Agora Energiewende hielt die Festrede beim dies-jährigen OLEC Neujahrs Networking. Bild: OLEC e.V./ Georg Blum
Dr. Gerd Rosenkranz, Senior Advisor der Agora Energiewende hielt die Festrede beim dies-jährigen OLEC Neujahrs Networking. Bild: OLEC e.V./ Georg Blum
Georg Blum
stellv. Clustermanager, Projektmanager Energetisches Nachbarschaftsquartier (ENaQ)/ Arbeitskreis Energie- und Ressourceneffizienz
Johanna Nobel
Cluster- und Projektassistenz, Mitgliederbetreuung, Vernetzung, Öffentlichkeitsarbeit und Bildungsprojekte