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03. September 2025


„Gemeinsam gestalten: Energiewende als Chance für Wirtschaft und Handwerk“


Zum Auftakt der Energy Week am 3. September 2025 kamen Vertreter*innen aus Politik, Handwerk, Kammern, Institutionen und Unternehmen zusammen, um über Herausforderungen und Lösungsansätze der Energiewende zu diskutieren. Einigkeit bestand darin, dass die Energiewende zwar mit anspruchsvollen Aufgaben verbunden ist, zugleich jedoch vielfältige Chancen eröffnet.

Unter den Diskutanten befanden sich: Christopher Tamms (IngenieurNetzwerk Energie), Julia Hamels (schrand.energy), Matthias Wunderling-Weilbier (Staatssekretär im Niedersächsischen Wirtschafts-ministerium), Kirstin Sloos-Timpte (Gasunie) und Cehan San (San Haustechnik).

Matthias Wunderling-Weilbier betonte das europäische Ziel der Klimaneutralität bis 2050 und die Ambitionen Niedersachsens, dies noch früher zu erreichen. Ein zentrales Projekt sei der Einsatz von Wasserstoff in den Hochöfen des Stahlwerks Salzgitter. Gleichzeitig wies er aber auch auf regulatorische Hürden und zu geringe Fördermittel hin.

us Sicht des Handwerks, vertreten durch Cehan San, bestehen große Herausforderungen bei der Sanierung von Heizungsanlagen. Das Hauptproblem dabei sei nicht fehlende Motivation für den Umbau auf eine Wärmepumpe, sondern eher die bestehenden Unsicherheiten der Bürger*innen. Auch die Betriebe kämpfen mit den komplizierten Förderprozessen und eine langfristige und verlässliche Förderung könnte diese Hürden abbauen.

Kammern und Institutionen, darunter Jan Müller (IHK Oldenburg) und Eckhard Stein (Handwerkskammer Oldenburg), hoben die Bedeutung von politischer Verlässlichkeit, Fachkräftesicherung und weniger Bürokratie hervor. Trotz globaler Konkurrenz bietet der Nordwesten weiterhin gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Energiewende, insbesondere durch ein starkes Handwerk und mittelständische Unternehmen.

Unternehmerische Initiativen zeigten außerdem, dass praktische Beispiele eine entscheidende Rolle spielen. So berichtete Christopher Tamms von drei Landwirten, die in ihrer Region eine Biogasanlage betreiben und die umliegenden Haushalte zuverlässig mit Energie versorgen. 

Darüber hinaus hat das Familienunternehmen schrand.energy einen vollständigen Wasserstoff-Energiekreislauf für ein Gebäude umgesetzt, inklusive Speicher-lösungen, effizienter Verteilung und intelligenter Steuerungssysteme. Dadurch wird besonders deutlich, wie wichtig solche Vorreiterbeispiele für die praktische Umsetzung nachhaltiger Energiekonzepte sind. Gleichzeitig zeigt es, dass man nicht immer ausschließlich auf politische Anreize oder regulatorische Maßnahmen warten kann, sondern auch selbst Initiative ergreifen und innovative Lösungen vorantreiben muss, um langfristig erfolgreich zu sein.

Auf europäischer Ebene appellierte Kirstin Sloos-Timpte an die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den Nieder-landen, um Synergien zu nutzen. Dabei ist grauer Wasserstoff ein notwendiger Zwischenschritt, bis grüner Wasserstoff in größerem Maßstab eingesetzt werden kann. Für die Wettbewerbsfähigkeit von Wasserstoff ist zudem eine Senkung des Erzeugerpreises entscheidend, der aktuell bei rund 9 Euro pro Kilogramm liegt.

Insgesamt zeigte die von Greta Stangner moderierte Podiumsdiskussion: Die Energiewende bietet große Chancen, erfordert jedoch koordinierte politische Maßnahmen, praktikable Fördermodelle und das Engagement von Unternehmen, Handwerk und Verbraucher*innen gleichermaßen.

Begrüßten die Anwesenden: (v.l.): Thorsten Janßen (BFE Direktor und stellv. OLEC Vorsitzender), Greta Stangner (Moderation), Eckhard Stein (Präsident Handwerkskammer Oldenburg), Jan Müller (Präsident Oldenburgische Industrie- und Handelskammer). Bild: OLEC e.V.

Matthias Wunderling-Weilbier, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen, gab einen kurzen Input. Bild: OLEC e.V.

Diskussionsrunde: (v.l.) Greta Stangner, Kirstin Sloots-Timpte (Gasunie), Christopher Tamms (IngenieurNetzwerk Energie eG), Matthias Wunderling-Weilbier (MW), Julia Hamels (Schrand Energy GmbH & Co. KG), Cehan San (San Haustechnik). Bild: OLEC e.V.

Ansprechpartner*innen


Johanna Nobel

Öffentlichkeitsarbeit & Veranstaltungen

Georg Blum

Clustermanager Innovationsprojekte & Mitgliederbetreuung